System-FMEA
 
 

Die System-FMEA

Das Kürzel FMEA beschreibt eine fundamentale Analysenmethode im Rahmen von Qualitätsmanagementsystemen. FMEA steht für "Failure Mode and Effects Analysis" oder "Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse". Diese Methode eignet sich sehr gut zur präventiven Optimierung von ökonomischen oder technischen Prozessen und besticht nicht allein durch die quasi zweisprachige Abkürzung, sondern primär durch ihr hohes Maß an Plausibilität, was im Allgemeinen zu einer großen Akzeptanz bei allen Beteiligten führt.

Die System-FMEA stellt eine methodische Spezialisierung dar, die insbesondere bei sehr komplexen und bereichsübergreifenden Prozessen zur Anwendung kommt. Ein besonderes Augenmerk wird hierbei auf die Schnittstellen zwischen den verschiedenen Bereichen gelegt, die am Gesamtresultat beteiligt sind.

Das Prinzip einer FMEA im Allgemeinen und einer System-FMEA im Besonderen besteht darin, dass zunächst einmal sämtliche Prozessschritte hinsichtlich ihrer Fehlermöglichkeit betrachtet werden. Der zweite Baustein taxiert die Wahrscheinlichkeit der Fehlerentdeckung und last but not least wird drittens die Auswirkung eines Fehlers auf das Produkt und damit auf die Beurteilung durch den Kunden quantifiziert.

Jedem der drei genannten Risikofaktoren wird dann ein Wert zwischen 1 und 10 zugeordnet. Aus der Multiplikation dieser drei Werte errechnet sich somit eine Kennzahl zwischen 1 und 1000, wobei dem größeren Zahlenwert auch der größere Handlungsbedarf zuzuordnen ist.

Das bedeutet in einer vereinfachten Sichtweise, dass ein Prozessschritt, bei dem ein Fehler nur unter großer Anstrengung zu generieren wäre und der dann auch sofort jedem auffiele und trotzdem das Produkt nur marginal beeinträchtigt, eine Kennzahl von 1 erhielte (1 x 1 x 1 = 1).
Es wäre eine Verschwendung von Ressourcen würde man hier nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen. Wenn jedoch die Möglichkeit scher zu detektierenden Fehlern sehr hoch ist und diese Fehler das Produkt erheblich beeinträchtigen resultiert eine hohe Kennzahl und signalisiert damit dringenden Handlungsbedarf.

Bei der Einschätzung der jeweiligen Risiken ist es ratsam und durchaus gängige Praxis, als interdisziplinäres Team zu arbeiten. Insbesondere im Zuge einer System-FMEA wird man nicht darauf verzichten können, den Sachverstand und die Erfahrung aus den unterschiedlichen Komponenten eines finalen Ganzen einzubinden. Erfahrungsgemäß bilden gerade die Übergabepunkte verschiedener Fachbereiche eine potenzielle Fehlermöglichkeit ersten Ranges.

Um die FMEA und damit auch die System-FMEA unter dem Gesichtspunkt der Objektivität und Systematik optimal durchführen zu können existieren entsprechende genormte Formblätter und natürlich ebenso spezielle Software. Außerdem bieten zahlreiche Veranstalter Seminare und Workshops zum Thema FMEA inklusive System-FMEA an. Die Kosten, die einem Unternehmen entstehen, wenn Mitarbeiter an einschlägigen Schulungen teilnehmen, sind vernachlässigbar im Verhältnis zu den Kosten, die vermieden werden können, wenn aufgrund einer professionell durchgeführte FMEA fehlerhafte Produkte und auch Dienstleistungen verhindert werden.

 
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